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Motivationsschreiben und Auswahlgespräch im PA-Studium: was die Hochschulen wirklich verlangen

Aktualisiert am 02.11.2026Redaktion, Herausgeber: Hendrik Loll

Leerer Brief auf einem Schreibtisch, dahinter zwei Stühle an einem kleinen Tisch

Kurzantwort: Ein Motivationsschreiben verlangt nach unserer Prüfung (02.11.2026) keine Hochschule für den PA-Bachelor. Gespräche gibt es vor allem an privaten Hochschulen: Aufnahmegespräch an der MSB, digitales Assessment-Interview an der CBS, Auswahlgespräch an der SRH, virtuelles Kennenlernen an der ISBA, Beratungsgespräch an der Akkon. Döpfer und DHGS prüfen Gesundheitsausbildungen in einer Äquivalenz- bzw. Anerkennungsprüfung. Staatliche NC-Studiengänge wählen nach Note, teils mit Bonus für eine Ausbildung (Bremerhaven 45 %). Dauer und Inhalte der Gespräche veröffentlicht keine Hochschule.

Was wir geprüft haben

Wir haben am 02.11.2026 die Studiengangs-, Bewerbungs- und Zulassungsseiten der Hochschulen in unserer Datenbank daraufhin gelesen, welche Auswahlschritte sie für den PA-Bachelor nennen. Ergebnis vorab: Kein Motivationsschreiben, aber an vielen privaten Hochschulen ein Gespräch, und an staatlichen Hochschulen vor allem die Note. Erfahrungsberichte, Fragenkataloge aus Foren oder Ratgeberseiten von Drittanbietern haben wir nicht übernommen, weil sie sich nicht prüfen lassen.

Private Hochschulen: Gespräch statt Note

HochschuleMotivationsschreibenGesprächPrüfung oder TestQuelle
MSB Berlinnicht genanntindividuelles Aufnahmegespräch zur Motivationnicht genanntStudiengangsseite
CBS (beide Varianten)nicht genanntje nach Notendurchschnitt direktes Vertragsangebot oder digitales Bewerbergespräch („Assessment-Interview“)kein Test im Bewerbungsverfahren genanntStudiengangsseiten
SRH University (beide Varianten)nicht genannt; Lebenslauf mit PassfotoAuswahlgespräch nach formaler PrüfungEignungsprüfung für Bewerbende ohne HochschulzugangsberechtigungStudiengangsseiten
ISBAnicht genanntvirtuelles Kennenlernen mit der wissenschaftlichen StudienortleitungEignungsprüfung ohne Abitur oder FachhochschulreifeStudiengangsseite
Akkon (in Vorbereitung)nicht genanntBeratungsgespräch als Zulassungsvoraussetzungnicht genannt; Studienvertrag mit dualem Partner nötigStudiengangsseite
Döpfernicht genanntnicht genanntÄquivalenzprüfung für Berufe, die nicht auf der Befreiungsliste stehenStudiengangsseite
DHGSnicht genanntnicht genanntAnerkennungsprüfung als Voraussetzung für die Anrechnung von 60 ECTSStudiengangsseite
Fliednernicht genannt; tabellarischer Lebenslaufnicht genannt„Zulassungsprüfung“ der Unterlagen, Prüfung in der Reihenfolge des EingangsBewerbungsseite
Carl Remigiusnicht genanntRückruf nach Prüfung der Unterlagen durch den Zulassungsausschussnicht genanntStudiengangs- und Bewerbungsseite
DIPLOMA, FHM, Kolpingnicht genanntnicht genanntDIPLOMA allgemein: „je nach Studiengang“ Eignungsprüfung oder Beratungsgespräch möglichStudiengangs- und Zulassungsseiten

Was daraus folgt: Bei der Fliedner Fachhochschule zählt laut eigener Angabe der Eingang der Bewerbung. Wer dort starten will, bewirbt sich früh. Bei MSB, CBS und SRH entscheidet ein Gespräch mit; Dauer, Teilnehmende und Inhalte veröffentlichen die Hochschulen nicht. Die HMU Erfurt beschreibt ein Aufnahmegespräch zur Motivation; der Studiengang ist aber noch nicht bewerbbar.

Duale Studiengänge: Der Praxispartner wählt aus

Bei der DHBW Karlsruhe bewirbst Du Dich beim Dualen Partner, also bei einer Klinik oder Praxis. Wie der Partner auswählt, veröffentlicht die DHBW nicht; die Hochschule verlangt bei Fachhochschulreife zusätzlich ihren Studierfähigkeitstest. Bei der DHSN Plauen und der Hochschule Kaiserslautern brauchst Du ebenfalls zuerst den Vertrag mit einem Partner. Das Auswahlverfahren ist dann eine Stellenbewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf; Hinweise dazu stehen in Praxispartner finden.

Staatliche NC-Studiengänge: Note und Bonus

HochschuleAuswahlRolle der AusbildungQuelle
BremerhavenAuswahlnote über DoSV45 % der Note aus Ausbildung und Berufstätigkeit in einem Gesundheitsfachberuf, 55 % aus der Schulnote; die Punkteregel steht nicht auf der StudiengangsseiteHochschulseite
Neu-Ulmörtlich zulassungsbeschränkteine vorherige Gesundheitsausbildung verbessert die NoteStudiengangsseite
Weingarten (ab WS 2027/28)Gesamtnoteverbesserbar durch Berufsausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen, ein Jahr Berufstätigkeit und anerkannte außerschulische LeistungenStudiengangsseite
Weiden90 % Qualifikation, 10 % Wartezeiteine vor der Hochschulzugangsberechtigung erworbene Berufsausbildung erhöht die Wartezeit um ein Halbjahr je sechs Monate, höchstens zwei Halbjahre (bei Hochschulzugangsberechtigung nach dem 16.01.2002)Seite zum Zulassungsverfahren
Landshut, Aschaffenburg, AalenNote (NC)kein Bonus genanntHochschulseiten
Furtwangennur bei Überhang nach Notekein Bonus für Gesundheitsberufe genanntHochschulseite
AnhaltBewerbung im HochschulportalEignungsfeststellungsprüfung für den Zugang über Berufserfahrung (Anmeldung bis 15.08.)Hochschulseite

Gespräche oder schriftliche Tests nennt keine dieser staatlichen Hochschulen. Die Grenznoten der vergangenen Semester stehen in der NC-Historie.

Wenn Du zum Gespräch eingeladen wirst

Weil die Hochschulen keine Inhalte veröffentlichen, sind die folgenden Hinweise eine Einschätzung der Redaktion, abgeleitet aus dem, was die Hochschulen als Ziel nennen (Motivation, schulische Qualifikation, berufliche Erfahrung):

  • Beruf verstehen: Du solltest erklären können, was ein PA darf und was nicht. PAs arbeiten im Rahmen der Delegation unter ärztlicher Verantwortung; Diagnose- und Therapieentscheidungen bleiben ärztlich (Was darf ein PA?, Delegations-Check).
  • Ehrlich zum Medizinwunsch: Wenn Du eigentlich Medizin studieren willst, sag das nicht als Hauptmotiv. Und prüfe vorher, ob PA wirklich Dein Ziel ist (PA oder Medizinstudium).
  • Praxis belegen: Ausbildung, Praktika, Freiwilligendienst oder Pflegepraktikum mit konkreten Beispielen beschreiben.
  • Fragen vorbereiten: Gesamtkosten, Praxispartner, Präsenzorte, Akkreditierung und Kündigungsregeln im Studienvertrag (Studienvertrag). Ein Gespräch ist auch Deine Gelegenheit, die Hochschule zu prüfen.

Und wenn doch ein Motivationsschreiben verlangt wird?

Das kann bei einem Praxispartner (Klinik als Arbeitgeber) oder bei einer Hochschule passieren, die ihre Unterlagen ändert. Dann gilt, was der Empfänger vorgibt. Unser Rat (Einschätzung der Redaktion): eine Seite, drei Punkte (warum PA, warum diese Hochschule oder Klinik, was Du mitbringst), keine Floskeln, die auf jede Hochschule passen. Wie genau Kliniken in einem Nachbarstudium Länge und Aufbau vorgeben, zeigt der Artikel Motivationsschreiben im Hebammenstudium. Mehr zum Ablauf der Bewerbung: Bewerbung Physician Assistant und Bewerbungsfristen 2027.

Häufige Fragen

Brauche ich für das PA-Studium ein Motivationsschreiben?

Nach unserer Prüfung der Studiengangs- und Bewerbungsseiten (02.11.2026) verlangt keine Hochschule für den PA-Bachelor ein Motivationsschreiben. Gefragt sind Zeugnisse, Ausbildungsnachweise, Lebenslauf und bei privaten Hochschulen oft ein Gespräch. Wenn eine Hochschule nachträglich ein Schreiben anfordert, richte Dich nach ihren Vorgaben.

Wie läuft das Auswahlgespräch ab?

Das veröffentlicht keine Hochschule. Belegt ist nur die Form: Aufnahmegespräch zur Motivation (MSB), digitales Assessment-Interview (CBS), Auswahlgespräch nach formaler Prüfung (SRH), virtuelles Kennenlernen mit der Studienortleitung (ISBA), Beratungsgespräch (Akkon). Frag bei der Einladung nach Dauer, Format und Teilnehmenden.

Zählt meine Ausbildung bei staatlichen Hochschulen?

Teilweise. In Bremerhaven macht Ausbildung und Berufstätigkeit 45 % der Auswahlnote aus. Neu-Ulm und Weingarten nennen eine Verbesserung der Note durch eine Gesundheitsausbildung, die OTH Amberg-Weiden rechnet eine vor der Hochschulreife abgeschlossene Ausbildung auf die Wartezeit an. Landshut, Aschaffenburg und Aalen nennen keinen Bonus.

Kann ich im Gespräch durchfallen?

Bei der SRH folgt die Zusage erst nach erfolgreichem Gespräch, bei der MSB überprüft das Gespräch die Motivation; insofern ja. Wie oft Bewerbungen dort scheitern, veröffentlichen die Hochschulen nicht.

Quellen