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Physician Assistant Gehalt im Vergleich: MFA, Pflege, OTA und Assistenzarzt

Aktualisiert am 02.11.2026Redaktion, Herausgeber: Hendrik Loll

Säulen unterschiedlicher Höhe vor einem ruhigen Horizont

Kurzantwort: Nach dem Entgeltatlas (Vollzeit, Stichtag 31.12.2025) verdient die Berufsgattung, in der BERUFENET PAs führt, im Median 4.954 € brutto im Monat: 1.625 € mehr als MFA (3.329 €), 367 € mehr als Pflegefachkräfte (4.587 €), 103 € weniger als Fachkrankenpflege (5.057 €) und rund ein Drittel weniger als Ärzte (7.450 €). Der Vergleich hat Grenzen: Die Gruppe besteht nicht nur aus PAs.

Worum es geht

Wer wissen will, ob sich ein Wechsel aus MFA-Beruf, Pflege oder OTA zum PA lohnt, sucht den Vergleich: „Wie viel mehr bekomme ich?“ Die belastbarste öffentlich verfügbare Datenquelle ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Er hat Grenzen, die wir unten nennen. Die Tabelle gibt trotzdem die Größenordnung.

Der Vergleich in Zahlen

Alle Werte: Vollzeit, brutto pro Monat, Deutschland insgesamt, Stichtag 31.12.2025, Abruf 25.10.2026.

Berufsgattung (KldB)Q25MedianQ75BeschäftigteAbstand des Medians zur PA-Gruppe
Medizin. Fachangestellte – Fachkraft (81102)2.824 €3.329 €3.868 €173.780−1.625 €
Rettungsdienst – Fachkraft (81342)3.764 €4.447 €5.130 €61.261−507 €
Gesundheits-, Krankenpflege – Fachkraft (81302)4.111 €4.587 €5.116 €338.502−367 €
Operationstechn. Assistenz – Fachkraft (81332)4.312 €4.890 €5.515 €14.343−64 €
Gruppe, in die BERUFENET PAs einordnet: Operationstechn. Assistenz – Spezialist (81333)4.346 €4.954 €5.676 €1.270–
Fachkrankenpflege – Spezialist (81313)4.379 €5.057 €5.760 €29.497+103 €
Ärzte/Ärztinnen (o. S.) – Experte (81404)6.348 €7.450 €nicht ausgewiesen116.071+2.496 €

Quelle und Stand: BA Entgeltatlas (API), Abruf 25.10.2026. „Nicht ausgewiesen“ heißt: Der Wert liegt über der Beitragsbemessungsgrenze (2025: 8.050 € monatlich), tatsächliche Höhe unbekannt.

Eigene Rechnungen: Der Median der PA-Gruppe liegt 48,8 % über dem von MFA (4.954 / 3.329) und 8,0 % über dem von Pflegefachkräften (4.954 / 4.587). Er beträgt 66,5 % des Medians der Ärztegruppe (4.954 / 7.450).

Der Vergleich mit dem Assistenzarzt nach Tarif

Für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung gilt in kommunalen Kliniken der TV-Ärzte/VKA. Ab 01.06.2026 liegt die Entgeltgruppe I laut Anlage zu § 18 zwischen 5.722,05 € (Stufe 1) und 7.355,29 € (Stufe 6), Entgeltgruppe II (Fachärzte) zwischen 7.552,19 € und 9.698,91 €; die regelmäßige Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 40 Stunden wöchentlich (§ 7 Abs. 1). Die Anlage ist frühestens zum 31.12.2026 kündbar (§ 40 Abs. 4 Buchst. h). Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft und Zulagen sind in den Tabellenwerten nicht enthalten. Eine Jahressonderzahlung haben wir im Tarifvertragstext nicht gefunden (Volltextsuche nach „Sonderzahlung“, „Weihnachtsgeld“ und „Zuwendung“); ob sie auf anderer Grundlage gezahlt wird, haben wir nicht geprüft.

Zur Einordnung der PA-Seite: Im TVöD-VKA liegt EG 10 Stufe 1 bei 4.124,53 € und Stufe 6 bei 5.753,35 € (39 Std./Woche laut Ulm-Formel, Anzeigen nennen auch 38,5 Std.). Das sind 72 % beziehungsweise 78 % der Assistenzarztwerte in der ersten und sechsten Stufe. Die Zahlen lassen sich nicht sauber gegeneinander rechnen, weil Wochenstunden, Sonderzahlungen und Dienste verschieden sind. Details zur PA-Seite in Physician Assistant im TVöD. Die TdL-Tabelle für Unikliniken mit Zulagen und Netto-Beispiel steht im Artikel Assistenzarzt Gehalt: TdL und VKA 2026.

Warum dieser Vergleich hinkt

  1. Die PA-Zahl gehört nicht zu den PAs allein. BERUFENET führt „Arztassistent/in / Physician Assistant“ (ID 90902) unter der Nummer 81333, die in der amtlichen Klassifikation „Operationstechn. Assistenz – Spezialist“ heißt. Der Entgeltatlas zeigt nur Berufsaggregate. Wie viele der 1.270 Beschäftigten PAs sind, ist nicht ausgewiesen. Mehr dazu in Physician Assistant Gehalt 2026.
  2. Altersstruktur. Die BA-Pressemitteilung vom 20.07.2026 zeigt für alle Vollzeitbeschäftigten: Unter 25 Jahren liegt der Median bei 3.202 €, bei 25 bis unter 55 Jahren bei 4.286 €. Gruppen mit jüngeren Beschäftigten wirken niedriger. Ein junger Beruf wie PA hat eine andere Altersstruktur als die Krankenpflege.
  3. Einmalzahlungen sind enthalten. Laut BA-Hilfeseite umfasst das Entgelt laufende und einmalige Einnahmen, normiert auf einen Monat. Vergleiche deshalb nicht mit dem reinen Tabellenentgelt, sondern mit dem Jahresbrutto geteilt durch zwölf.
  4. Schicht- und Wochenendzulagen. In Pflege und Rettungsdienst machen Zuschläge oft einen Teil des Verdienstes aus. Ob und wie sie in den Arbeitgebermeldungen hinter dem Median stecken, geben die BA-Unterlagen nicht auf Berufsebene her; die Tarifwerte in diesem Artikel enthalten sie nicht. Die Abstände können sich dadurch in beide Richtungen verschieben.
  5. Vollzeit-Kerngruppe. Teilzeitkräfte fehlen in der Statistik. In Pflege und Praxis arbeiten viele in Teilzeit.

Was die Tabelle trotzdem sagt

  • Der größte Abstand besteht zu MFA: rund 1.600 € im Median. Für Fachkräfte aus Arztpraxen ist der Gehaltsschritt am deutlichsten.
  • Gegenüber Pflegefachkräften ist der Abstand klein, und er fällt gegenüber Fachkrankenpflege negativ aus. Wer als Pflegefachkraft eine Fachweiterbildung hat, gewinnt durch das PA-Studium laut dieser Datenlage wenig.
  • Ärzte liegen deutlich höher, aber auch deutlich länger in Aus- und Weiterbildung. Eine Gleichsetzung der Verantwortung ist rechtlich nicht gedeckt: PAs arbeiten delegiert, nicht eigenständig (siehe Delegation).

Ob sich das Studium bei diesen Abständen rechnet, behandeln wir in Lohnt sich das PA-Studium?. Wer weitere Gesundheitsberufe danebenlegen will, findet Tarif und Entgeltatlas für Hebamme Gehalt 2026 und Physiotherapeut Gehalt.

Häufige Fragen

Verdient ein Physician Assistant mehr als eine Pflegekraft?

Im Median ja, aber nur knapp: 4.954 € gegen 4.587 € bei Pflegefachkräften (Entgeltatlas, 31.12.2025). Fachkrankenpflege liegt mit 5.057 € darüber. Der PA-Wert stammt aus einer Gruppe mit nur 1.270 Beschäftigten und ist nicht PA-spezifisch.

Wie viel verdient ein Assistenzarzt?

Nach dem TV-Ärzte/VKA (ab 01.06.2026, 40 Std./Woche) liegt Entgeltgruppe I zwischen 5.722,05 € und 7.355,29 € brutto im Monat. Bereitschaftsdienste und Zulagen sind darin nicht enthalten. Die Zahlen stammen aus dem Tarifvertragstext des Marburger Bundes.

Warum liegen die Quartilswerte bei Ärzten nicht vor?

Die Statistik kennt Entgelte nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2025: 8.050 € im Monat). Liegt ein Wert darüber, wird er nicht ausgewiesen. Das ist bei Ärzten beim oberen Quartil der Fall.

Quellen